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07.10.2021: Milchviehwirtschaft wegen Skandal um Bullenkälber im Visier

Am vergangenen Dienstag berichtete Report Mainz über das traurige Schicksal vieler männlicher Kälber von Hochleistungsmilchkühen in Deutschland. Sie stellen lediglich ein Nebenprodukt der Milcherzeugung dar und haben für die LandwirtInnen keinen monitären Wert bzw. sie kosten Geld, da sie aufgrund des geringen Fleischansatzes nicht für eine auskömmliche Mast zu verwenden sind. Die Preise für solche Bullenkälber sind daher so gering, dass nicht einmal die Futterkosten für die Tiere abdeckt werden. Tierschützer hatten dem ARD-Politikmagazin exklusive Aufnahmen aus einem brandenburgischen Kälberstall zukommen lassen. Versteckte Kameras hatten gefilmt, wie mehrere Kälber, angekettet und ohne Versorgung mit Wasser und Futter, elendig verendeten. Gezeigt wird auch, wie ein Arbeiter immer wieder nach den Kälbern schaut und die verstorbenen Tiere wegschleift. „Wer Tiere so hält, der geht doch nicht davon aus, dass diese Tiere am Leben bleiben", beschreibt Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz die Situation. „Wenn ich Tiere quasi anbinde und sie sich dann selbst überlasse, dann ist klar,
dann geht das nicht lange, denn dann sterben die. Ganz klar - anbinden, warten oder liegen lassen, das geht gar nicht", lautet das Fazit von Thomas Buckenmaier, Amtsleiter der Veterinärbehörde in Reutlingen und zugleich Mitglied im Verein "Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft". Die zuständige Amtveterinärin in Brandenburg, Frau Dörte Wernecke, erklärt die Umstände mit der fehlenden Sachkunde des Landwirtes, der zuvor erklärt hatte, er habe die Tiere nicht töten wollen. Doch welcher zusätzlichen Sachkunde neben dem normalen Menschenverstand bedarf es, zu wissen, dass Tiere ohne Wasser und Futter über kurz oder lang sterben werden? Eine Untersuchung der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes zeigt, dass diese Sachkunde jedoch einer recht großen Zahl von LandwirtInnen zu fehlen scheint, kommt die Studie doch zu dem Ergebnis: 600.000 solcher Bullenkälber sterben jedes Jahr, viele von ihnen auf grausame Art und Weise! Wird es nicht langsam Zeit, die praktizierte Milchviehwirtschaft zu überdenken?! Der Beitrag steht in der ARD-Mediathek zur Verfügung.

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Zulassungsbedingungen für das Studium der Veterinärmedizin

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Aktuell entscheidet hauptsächlich der NC.

Nein, für mich passt das so.
Ich würde mir den Schwerpunkt auf speziellen Praktika wünschen
Ich würde mir den Schwerpunkt auf einem speziell für Veterinärmediziner konzipierten Mediziniertest wünschen.
Alle Bewerber sollten ein Auswahlgespräch führen müssen, das entscheidet.
Mind. 50% der Studienplätze sollten an männliche Bewerber vergeben werden, um wieder mehr Vollzeit-Tierärzte auszubilden.
Das kostenfreie Studium sollte an Vollzeit-Arbeitsverpflichtung für mind. 10 Jahre gekoppelt werden.
Die Breitband-Approbation sollte abgeschafft und dafür mehr auf einen Berufsweg fokussierte Tierärzte ausgebildet werden, z.B. Lebensmittelkontrolle, Veterinäramt, Großtierpraxis, Nutztierpraxis usw.