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14.01.2022: Verein Ärzte gegen Tierversuche warnt vor falschen Hoffnungen

Medienberichten zufolge wurde in den USA jüngst einem Menschen ein Schweineherz transplantiert. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche warnt jedoch vor falschen Hoffnungen anderer herzkranker Patienten. Denn schon bei einer Transplantation innerhalb einer Spezies kann es zu schweren Abstoßreaktionen kommen, die nur durch lebenslange Gabe von die Immunabwehr unterdrückenden Medikamenten in Schach zu halten sind. Bei der sogenannten Xenotransplantation, bei der Organe eines Tieres in eine andere Art transplantiert werden, kommt es zu weitaus heftigeren Reaktionen. Auch warnt der Verein vor der potenziellen Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung von bislang unbekannten Krankheiten. Denn im Erbgut eines Schweines enthaltene Viren können im menschlichen Körper durchaus ihre Harmlosigkeit verlieren. Die Corona-Pandemie hat leider auch gezeigt, dass tierische Krankheitserreger sich verändern und auf den Menschen
überspringen können. Ende der 1990er Jahre kam die Fremdorganforschung fast zum Erliegen, als entdeckt wurde, dass Schweine-Retroviren (PERV) menschliche Zellen im Reagenzglas infizieren können. Schon seit mehreren Jahren versuchen Forschende, Schweineherzen in Affen zu transplantieren. Doch trotz der massiven Gabe von zahlreichen Medikamenten, die mit schweren Nebenwirkungen einhergehen, sterben die meisten Affen bereits nach Stunden oder wenigen Tagen qualvoll an Organversagen. „Gerade zum Wohle von Patienten kann die Lösung für den akuten Organmangel nicht in der völlig unkalkulierbaren Xenotransplantation liegen“, erklärt Gaby Neumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche. „Viel wichtiger sind der verstärkte Fokus auf Verbesserungen von Präventionsmaßnahmen und die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten mit Hilfe von sinnvollen, humanrelevanten tierversuchsfreien Hightechmethoden.“

Hinweis

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Borchert-Kommission

Sind Sie dafür, dass die Bundesregierung an den von der Borchert-Kommission erarbeiteten Plänen zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland festhalten sollte?

Ja, unbedingt, sonst war alles umsonst.
Die Vorschläge sollten vor dem Hintergrund des Ukraine-Konfliktes überprüft werden.
Nein, die Pläne waren von Anfang an Wunschdenken.
Nein, die Pläne liegen weit hinter dem gewünschten Tierwohlgedanken zurück.
Das kann ich nicht beurteilen.