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17.01.2022: bpt macht Tierärztemangel zum Politikum beim Neujahrsempfang

Mittwoch vergangener Woche hatte der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) unter Einhaltung strenger Hygienevorgaben zum traditionellen Neujahrsempfang nach Berlin eingeladen. Rund 50 Gäste aus Bundestag, Bundesregierung, Wissenschaft, Verbänden und Tierärzteschaft waren der Einladung gefolgt, unter ihnen auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Ophelia Nick, und der neu gewählte Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, Hermann Färber. Als Schirmherrschaft der Veranstaltung konnte die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann gewonnen werden. Thema Nummer 1 auf der Veranstaltung war der herrschende und sich weiter verschärfende Tierärztemangel, der inzwischen nicht nur die Nutztierpraxis und die ländlichen Gebiete betrifft. Weiteres, unmittelbar mit dem Tierärztemangel verknüpftes Problem ist die Sicherstellung des tierärztlichen Notdienstes. Um dem Tierarztmangel gegenzusteuern, reiche die Überarbeitung der Tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) alleine jedoch längst nicht mehr aus, warnte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder in seiner Rede. Mindestens genauso dringend brauche es eine
Flexibilisierung beim Arbeitszeitgesetz für Berufe, die gesetzlich zum Notdienst verpflichtet sind. „Für unseren tierärztlichen Notdienst heißt das, wir brauchen die Möglichkeit, von den 11 Stunden Ruhezeit und der täglichen Höchstarbeitszeit von zehn Stunden im Einzelfall und natürlich nur mit Zustimmung der Angestellten abweichen zu können“, so Moder. Beispielsweise wäre eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ebenso hilfreich wie die 1:1 Anwendung der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Auch würde es helfen, die Ausnahmeregelungen des Arbeitszeitgesetzes wie „Sonderregeln für Notfälle und außergewöhnliche Fälle“ einfacher und einheitlicher zu definieren. Moder appellierte daher an die Abgeordneten, die Spielräume des EU- und des nationalen Arbeitszeitrechts zu nutzen, um den tierärztlichen Notdienst am Laufen zu halten, bevor es zu spät ist. Sowohl die Staatssekretärin wie auch der Ausschussvorsitzende, Hermann Färber, und die Schirmherrin der Veranstaltung, Gitta Connemann, versprachen in ihren Grußworten, sich insbesondere um den Tierärztemangel kümmern zu wollen, denn, so Färber, „kranke Tiere müssen 24 Stunden behandelt werden können“, alles andere sei schlichtweg tierschutzwidrig.

Hinweis

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Borchert-Kommission

Sind Sie dafür, dass die Bundesregierung an den von der Borchert-Kommission erarbeiteten Plänen zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland festhalten sollte?

Ja, unbedingt, sonst war alles umsonst.
Die Vorschläge sollten vor dem Hintergrund des Ukraine-Konfliktes überprüft werden.
Nein, die Pläne waren von Anfang an Wunschdenken.
Nein, die Pläne liegen weit hinter dem gewünschten Tierwohlgedanken zurück.
Das kann ich nicht beurteilen.