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16.05.2022: Lichtverschmutzung bedroht Artenvielfalt

In immer mehr Städte weltweit wird es nicht mehr richtig dunkel. Doch diese Dauerbeleuchtung bringt die innere Uhr vieler Tierarten komplett durcheinander, was teilweise zu einem starken Populationsrückgang sowie einer massiven Reduzierung der Artenvielfalt führt. „Lichtverschmutzung ist wahrscheinlich eine Hauptursache des globalen Artensterbens", sagt Chronobiologin und Gastwissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilian-Universität München, Stefanie Monecke. Als Beispiel nennt sie Straßenlaternen, wo man oft dichte Insektenschwärme sehen kann: „Das Licht zieht Abertausende Insekten an, die um die Lichtquelle surren, ermüden oder verbrennen. Die ganze Nahrungskette gerät damit durcheinander: Die Tiere, die Insekten im Dunkeln jagen, finden weniger Nahrung." Der Trend zur nächtlichen Dauerbeleuchtung belastet zahlreiche Tierarten. So werden die Jagdgebiete von vielen Fledermausarten, die Lichtquellen meiden, immer kleiner, und Rotkehlchen singen aufgrund der starken künstlichen Beleuchtung manchmal die ganze Nacht. Als weiteres Beispiel führt Monecke den Feldhamster an. Die Population des früher als Plage gejagten Nagers ist vielerorts bedrohlich gesunken, da die starken
Lichtquellen die biologische Jahresuhr, die Anfang und Ende des Winterschlafs bestimmt, beeinträchtigen. „Die Reproduktion der Feldhamster startet heute schon bis zu zweieinhalb Monate später als in den 80er-Jahren", sagt Monecke. „Anstatt 20 bis 25 Jungtiere im Jahr zieht ein Feldhamsterweibchen heute nur noch fünf groß. Mit stark sinkender Tendenz." Im Gegensatz zu uns Menschen sind Tiere dem künstlichen Licht schutzlos ausgesetzt. Nach Ansicht der Weltnaturschutzunion IUCN ist Lichtverschmutzung eine „unsichtbare Gefahr“ für Tiere. Eine Reduzierung der Außenbeleuchtung könnte der Tierwelt helfen und gleichzeitig auch enorm Energie sparen. „So verschwendet die dringend modernisierungsbedürftige Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken in Deutschland jährlich drei bis vier Milliarden Kilowattstunden Strom - mehr, als eine Million private Haushalte zusammen verbrauchen", rechnet der Naturschutzbund Deutschland (NABU) vor. Manche Städte hätten ihren Energieverbrauch durch intelligente Beleuchtung, unter anderem mit Bewegungsmeldern, um 50 Prozent reduziert.

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GOT-Anpassung

Was halten Sie von der Entscheidung, dass die GOT zum Oktober 2022 angepasst wird?

Endlich! Ein längst überfälliger Schritt.
Ich hätte mir eine deutlichere Steigerung gewünscht. Durch die Inflation bleibt trotzdem nicht mehr hängen.
Die geltende GOT wird ja schon häufig nicht korrekt angewendet. Durch die Novelle dürften die Verstöße deutlich zunehmen.
Ich hätte lieber die geltende behalten und auf den Shitstorm der Tierhalter verzichtet.
Ich freue mich, habe aber Sorge vor der Reaktion der Tierhalter.
Ich halte dir Anpassung für nicht gerechtfertigt. Viele Tierhalter können sich das nicht leisten und das Leid der Tiere nimmt dadurch zu.
Ich freue mich und sehe der Reaktion der Tierhalter gelassen entgegen. Es kommt auf die Argumentation an.