News - Archiv

09.08.2022: RKI warnt vor Zunahme von exotischen Krankheiten

Das Robert Koch-Institut (RKI) betrachtet die Klimaerwärmung in Bezug auf die Ausbreitung exotischer Erreger mit großer Sorge. RKI- Präsident Lothar Wieler fürchtet, dass sich Zecken und Mücken, die virale, bakterielle und parasitäre Infektionserreger wie Zika- oder Dengue-Viren übertragen können, in Deutschland weiter ausbreiten. „Auch ist eine Rückkehr der Malaria möglich, die durch Plasmodien hervorgerufen wird“, mahnt Wieler. Nachdem die Fieberkrankheit in den 70er Jahren bereits als ausgerottet galt, wurden in den letzten Jahren jährlich etwa 500 bis 600 Malaria-Erkrankungen gemäß der IfSG-Meldepflicht erfasst. In den meisten Fällen war der Erreger von Reisenden eingetragen worden. Mit der Klimaerwärmung wächst jedoch das Risiko für höhere Infektionsraten. Neben den steigenden Temperaturen können auch Überschwemmungen die Verbreitung von Erregern wie Bakterien oder Krankheitsüberträgern wie
Mücken oder Zecken fördern. Das geht aus einer aktuellen Studie der Universität Hawaii hervor. Hinzu komme, dass Wetterextreme durch Stress oder Mangelernährung das menschliche Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Mitautor Tristan McKenzie hebt Krankheiten, die von Vektoren wie Stechmücken oder Zecken übertragen werden, hervor. „Wir haben über 100 Krankheiten gefunden, die durch diesen Übertragungsweg verstärkt wurden“, erklärt der Forscher. Das RKI fordert daher die Sensibilisierung der in Deutschland tätigen ÄrztInnen für exotische Krankheiten und Zoonosen. Auch die FDP-Bundestagsfraktion sieht die Notwendigkeit, Initiativen für Forschungen und Innovationen auf diesem Gebiet zu entwickeln. Vetion.de und die ATF bieten daher auf Myvetlearn.de zwei Webinare zum Thema Zoonosen an, an denen ausdrücklich auch Humanmedizinier teilnehmen können.

Fachkräftemangel

Was muss aus Ihrer Sicht geschehen, damit der Fachkräftemangel nicht zu einer Versorgungskrise bei Haus- und Nutztieren in einigen Regionen führt?

Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes
Andere Zulassungsbedingungen zum Studium
Gehälteranpassung
Mehr Studienplätze schaffen
Weitere Vetmed-Fakultät notwendig
Mehr Privatunis notwendig
Steigerung der Studienplätze durch Kombination von Präsenz- und Online-Uni (Duales Studium)
Verkürzung der Studienzeit durch eingeschränkte Approbation
Erleichterte Anerkennung der Approbation für TierärztInnen aus Drittländern vereinfachen